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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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An Prediger.

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trügende Gott! Und das dünkt mich, sofernes auch von der Denkart jedes gcnauern, richtig-fühlcnden Theologen ist, nicht minder Ein Aeußer-stes, als der Jrrthum jener, die Christum alleinzum Menschen und nachher in seinem höher»Stande zum belohnten Menschen ausdichtenund künsteln. Ohne alle Affektation des Dogmaoder dergleichen glaub' ich, liegt blos nach Maß-gabe der Schrift, der wahre Weg in der Mitte.Christus, so gewiß der Eingeborne, Sohn Gottes,wahrer Gott und ewiges Leben: so gewiß auchüberall, wo er handelte, ganz Mensch und als unserBruder fühlend! Wenn es Paulus nicht so deutlichgesagt hatte: Härtens, dünkt mich, alle seine Evan-gelisten treu genug ge mahlt.

Warum also auch Christus in alle dem, waser lehrte und that, allein immer wie ein höheresBlendwesen, als ein supcrsicicller Gott, lehrendund handelnd? bei jedem Fußtritt in der Schriftist des Gcgentheils Anzeige! Der Sohn Gottes,der wirkliches Kind, nicht als und in Gestalt einesKindes geboren ward, der, wirkliches Kind! wuchsund ward stark im Geist, voller Weisheit undGottes Gnade war bei ihm: nicht anders, als daßberauch, ebendieser vollen menschlichenNatur, seiner Erziehung, Denkart, Hän-de l s w e i s e nach, handelte und lehrte. Sprach,selbst ein Galiläer, mit Galiläern: einer aus demVolk und ein Zimmermannsgeselle mit Leuten sei-ner Art und dem Volke! verstand ihreSprache, wie er sie sprach und durch Leute ebender Art verkündigen und aufschrciben ließ! In allen