Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
Seite
418
Einzelbild herunterladen
 

An Prediger.

4 .»

erfreulich! für die Gemeine, deren Jedes seinenMann und Stunde fände, so angenehm undnützlich! Und brauchte blos stille, brüderlicheVerabredung, wie ich mich dergleichen wenig-stens ähnlicher Versuche hie und dort schon erinnere.Eigenliebe macht die Bahn enge, allgemeine Liebemachet sic weit! trägt Höhen ab, und füllet Thäler,daß alles dem Herrn sich bücke, und so viel mög-lich, kein Platz der Religion, Offenbarung undMenschenbildung sein Oe des behalte durch unsreSchuld!

Und nun wird man selbst denken und fühlen,waS ich von der Beg e i ste r u n g eines Prie-sters auch in seinem Amte halte. Dienter aus heiligem Boden, der kein poetischer Grundist: ists wahres Gebäude Gottes durch

alle Völker und Zeiten, dem auch Er eigentlichbeihilft und Werkzeug ist: wie wird, wiemuß er seine Eigenheit vergessen! wie ganzverschlungen werden in den Geist, dem er dienet!wo Gott wohnet, wie rein muß ec seyn der Tem-pel! und wer Gefahr hat, den Tempel Gottes zuverderben, wie rein, geprüft und voll Gottes bei-tragen! Alsdann auch wie freudig und muthvoll!Man lese Luther, der ein Mensch war wie wir,wie voll strömender Fülle sind seine Schriften! Undjener höhere triumphirende Geist der Psalmen! derPropheten!Geist des Herrn ist über mir, darumhat mich der Herr gesalbet! Ec hat mich gesandt,den Elenden zu predigen, die zerbcvchnen Herzenzu verbinden, zu predigen den Gefangenen eine