Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
Seite
410
Einzelbild herunterladen
 

4io

An Prediger.

Also Bibel! Aber die Bibel entscheidet nichtsdarüber: sie wendet entweder gerade zu das Ange-sicht weg, ,,der Wind blaset u. s. w." oder siegicbt lund auch das ist weise Güte des Urhebers!)nur Beispiele, Muster, Bilder! Daspricht Empfindung unmittelbar znm Herzen, zumSinn, zur Nachahmung; und wird kein Nachgrü-beln , kein Auflosen in Eleniente. Glauben sollman und dann unverrückt thun! Erleuchtet,erwärmt, wiedergeboren werden und neuseyn. Grübelt ein Kind in der Empfangniß überseine Werbung? Hat's auch als Greis je den erstenAugenblick seines Werdens klar und deutlich in seineElemente auflösen können? Der Saemann, derSamen säet, löst er sich das Wunder der neuenSchöpfung in seine deutlichen Bestandthcileauf und das sind doch der Schrift die liebstenBilder!

Also von allem Vernünfteln an der StelleGotteswie das und jenes zugehe?" hat uns dieSchrift wegbiegen wollen. Nicht allgemeine Prin-cipicn wollen wir setzen und daraus herleiten: son-dern Schranken unsrer Natur erkennen, und dannannehmen, fühlen, brauchen! Weiß ich, wie meineSeele in den Körper wirkt? und wollte wissen, wieGeist auf Geist, wie der ewige, allgegenwärtigeGeist und in allen Augenblicken wirke? Auflösen inElemente ist Schall an der Wand mahlen, daß esSchall bleibt: und in Absicht auf Folgen ist derBehorcher des Geistes Gottes im Kopfe nichteinen Grad glücklicher, besser, als der Behorcherdesselben in seinem Busen!