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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Zw ö lf Pro vi nz i a lb lä tte r. 383

vorschreibrn ? wer den Prediger zum puren gutenD o g m a t i k l e h r e r und jetzt, und also um-zwingen? Wie viel >Schiffladungcn Moral- undEpistel-Predigten liegen nicht der grauen Zeitauf dem Rücken? — Sollte man sich also mit sosimpcln Wortvecwirrungen aufhalten und dahinterlauschen?

Aber nun ist, erstlich, der Prediger da,Moral zu lehren, im besten Verstände desWorts, ohne daß er Glaubenslehre so n ö-thig habe, oder—oder?—Nein! Ohne Glau-benslehre ist keine christliche Moral möglichund der Prediger ist ein Christ. Kein Lehrer derMoral, sondern Diener der Religion, Ver-kündiger des Worts Gottes! Das kannso laut gesagt werden und ist so klar. Senekaund Epiktet waren große, nützliche Leute, aberkeine christliche Prediger.

Zweitens. Er hat also in seiner Predigtetwa so viel Dogmatik als Urgewicht anzu-hängen, daß der Zeiger die Pflicht zeige? — Nein!Ist die Predigt eine solche Pflichtuhr, so sey sies:bei ihr müssen und mögen also auch die Gewichteauf die Pflicht wirken; aber sie ist nicht dieeinige Predigt! ist nicht der Stempel aller!ist nicht ganzes Amt! Es gicbt auch Vortrage,worin Glaubenslehre und Geschichte derOffenbarung allein ein Hauptzweck ist; undreine völlige Glaubenslehre, im edelstenVerstände, das ist reine Summe der Bibel— nach meiner Einsicht ists der Boden, auf