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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Zwölf Provinzialblattcr. 369

unterhalten ! cs wird ihm nicht schwer, er hat, wenner alles gelesen oder gehört, doch auch nichts gelesenoder gehört, und war so andächtig! „DerMann meint's so gut, es tönt ihm noch so etwaserbauliches, dunkles nach in der Seele" — guteerbauliche Predigt! wer könnte sie nicht nach-halten! man darf so wenig dazu wissen! in dieweite Form paßt so alles und tönt! tönt beinahemechanisch hervor , wenn die Glocke nur angestoßenist durch vorhergehende Lesung. Und so bedarf jader Kandidat nichts, was ihm Mühe macht— we-der Bibelerklärung! noch recht Helle Beweise! nochtief treffende Pfeile der Erregung, noch beschwer-liche einzelne Kenntnis des menschlichen Herzensund seiner Zuhörer l hat ein treues Reccpt gegendas Alles — Ton der Predigt! der muß — nunnicht so gar zu hell erleuchten, noch so gar zu tiefrühren — nur d a m mern !

Untersuche man nun einmal, wie viel von die-sem Dämmern wirklich auf weit schlechtccm Grundeberuhet, als je das unnütze Mahlen undA ff ek t e r re ge n (das auch ich hasse!) beruhenkann. Hier sieht man doch wenigstens den wirksa-men, nur unzeikigen, zweckvcrsehlendcn, ungelegnenThoren: aber dort, wenn von der Dämmerung soviel auf dem heiligen Gange, Wortumfange, lang-samen Periodcnguß, feierlicher Wertform u. dgl.beruhet, was hört man da? — wahrlich so wardoch kein hcivnischcr Philosoph und Redner! Wollteer aufklärcn und beweisen, so klarte er auf, so be-wies er: und wir haben im Alterthunie ganz soHerders Werke i. Rrl. u. Theol. X. A a