Zwölf Provinzialblatter. 35 r
wattigen, unterdrücken oder heimlich vervortheilenwollte: von keinem System (unschuldig und nichtso heuchlerisch, als cs oft mißbraucht wird) etwaswüßte: nichts aufbliese oder dörrte und einschrumpf-te! — Offenbarung Gottes! du allein fürdich bestehend! in deiner gesunden F ü l l e undKraft wuchs und schönen Nacktheit! ohne Stel-zen und Umgehange, ins Licht, ins ganzeLicht unserer Zeit gesetzt — welche Gottescr-scheinung! Statt aller Wunder und Zeichen bezogsich Mahomed immer aufs größte Wunder allerZeiten, seinen Koran! und bot Welt und HölleTrotz, wer ihn schreiben, wer ihn ans Licht brin-gen könnte? Hier ist von keiner Schreibart,Dichtung und Lügenbetruge die Rede:das ganze Werk G o t te s d u rch Z e i t e irund Völker, wer es zeigte, in all seinerWürde und Einfalt zeigte — der wäre keinProphet? Man denke dran, was Luther fürseine Zeit und die Folgezeiten bis auf uns gethanhat: und schaudere — und hoffe!
Uebersetzung und Darstellung derBibel, wie sie ist: jedes Buch in Zeit, Ort, we-sentlichem und minderwesentlichem Zwecke, wäre csfreilich zuerst, zuvörderst, und fast einig! Und fürden ehrwürdigen Namen Volk, über den Luthernichts größeres kannte. Moses, Hiob, Psalmen,Propheten — wer euch, ganz wie ihr seyd, fürWelt und Nachwelt darstcllen könnte — welch einPriester! welch ein Prophet Gottes! Besudelt seydihr jetzt genug! In die unedelste, sorgloseste Pö-belprvse verschlvemmt! Seitab verzerret, wie ein