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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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340
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340 An Prediger.

tesflamme anzunehmcn und fortzubreitcn — alle

Christen nach Christus Bilde! -

Jetzt leiden wir unter der Sünde unsrer Vor - undNcbcnwclt: unsre äußere Schaale und Hülle ist sodürre, daß auch das für den reifenden Kern ge-wiß bald Entschlaubung, Ernte und neueSaat prophezeihet!

Denn darin sind wir, ich glaube Alle, dieWesen und Unwesen, Mittel und Zweck zu unter-scheiden fähig sind, Eins, daß der Priesterstand alsStand nur Stand sey, Schlaube und Hülle, inder ein Kern wachsen soll, oder er ist zu nichtsnütze — Schlaube und Hülle, die, wenn der Kerngewachsen, auch nutzlos ist, verdorret und abfällt.Mich dünkt, alle Reinigungen, Läuterungen, selbstUnterdrückungen dieses Standes gehn auf den großenEndzweck dieser Reise des Kerns, damit die Hülleabfalle, und selbst die Fehler und Laster des Stan-des, die Hülle selbst, müssen zum Abfallen beitra-gen. Lasset uns also selbst daher, meine Freunde,daß alles so dürr ist, Hoffnung schöpfen: das Feldist weiß, cs reift schon sehr stark zur Ernte: dieSchlaube ist bald so dürre, daß sie fallen muß,deß wird sich Frucht und Nahrung freuen! Nurlasset uns auch nicht unzeitig selbst die Entschlau-bung befördern wollen: weil beim großen Hausva-ter alles seine Zeit hat, und auch dadurch der Kernleiden könnte. Mich dünkt, der Sauerteig hat nochweit zu fressen und zu reinigen, zu säuren undauch zu gähren: und also mögen immer die reinenund unreinen Hände noch mischen und kneten.Mich dünkt, das Nez Gottes muß noch viel ziehen,