Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
Seite
335
Einzelbild herunterladen
 

Zwölf Provinzialblätter. 335

aber den bösen Peter, P a u l, in dem Standehasse ich — und beide haben Recht. Stand istSchranke; in den Schranken können viel böseund gute Kräfte wirken; wer auf die bösenund guten Kräfte sieht, richtet darnach fein Ur-khcil! wem die Schranken gut oder böse insAuge fallen, uctheilet darnach. Ein Weiser indeß,denke ich, sieht mehr auf Inhalt als Figur;und ein vollkommener Weiser endlich auf beides!Er wird also, wie von jedem Ding der Natur,auch von der Priesterschaft nichts Böses laugnen,nichts Gutes dichten: weder Schranken nochKräfte verkennen: und, mich dünkt, der auf-geklärte Menschenfreund wäre nur der! Was solltshelfen, daß man seinen Stand blos dadurch ver-theidigte, daß man ihn verläugnct, daßman Stand und Losungswort aufgiebt!

„Wir sind keine Opferbringer fürs Volk!" undich wüßte nicht, wcrs je in der Welt gewesen? diePriester A. T. wenigstens nicht!

„Keine abgesonderte Mittclpersoncn zwischenGott und Menschen!" Halbgötter und Halbmen-schen! Thcurgen und Theanthropen sind wir nicht!

„Keine geweihete Besorger heiliger Gebräuche,die nach eigner Willkür vermittelsteiner magischen Kraft Heil oder Elendüber andre bringen könnten." Kurz,Teufelsbanner sind wir nicht — weiß auch kaum,welcher Pöbel das glaube?