33o An Prediger.
kriechend, nicht mehr, und vielleicht niedriger unedlerUnkraut?"-
Die Geschichte eines Menschen ist mir bekannt,die mich in gewissem Betrachte sehr rühret. DurchJugcndeindrücke und durch Hang des Herzens selbstzum Prediger bestimmt; und siehe! eben da sichdie Seele von dunkeln Eindrücken aufschloß, beiden ersten Schritten in die Welt, wo alles so tiefdringet, stieß sein Weg auf Priester Gottes, dieHohnaffen des Teufels waren. — Heuchelei, falscheAndacht, kleinkreisige Denkart, allbcschmeissendc Ei-telkeit— Tartuffen: und Tartuffcnhaß mußtealso immer, wie schwarzes Blut, aus seiner tiefen,frühen, auch nur leicht berührten Wunde quellen !— Wie lange es in ihm stritt, ehe er heitre Ideenvon dunkeln Eindrücken sondern, häßliche Larvenvom hohen Beruf der Personen unterscheiden konn-te! — er schwebte! er wankte! — Eicng die theo-logische Stoppelgclehrsamkeit so emsiger durch, jeweniger sie ihn befriedigte, und las sich in dieDenkart der Deisten so tiefer, je mehr er sieflöhe. Der Vaterarm eines wahren Priesters Got-tes — aber er fand den nicht, er glaubte ihn nichtzu finden, irrte weit umher und — ward selbstPrediger! Auf welch beschwerlichem Wege!mehr als einmal hat er mit Thronen darauf gewinkt,wie die Religion ihm nur nach eignem Suchen,und zuerst vom Herzen der Kinder, in derSimplicitat des Eindrucks, den sie da machte, soanders erschienen! wie er, je mehr er das Herzder Menschen kennen lernte, allmählich immerweiter vom Vcrnünftelwcge abkam, das Wert