junger Geistlichen auf d. Akademie. 28 r
die Frage ist) der Universität neben oder gleichsamentgegengesetzt werden, da diese neue Lehranstaltimmer doch eine Art theologischer Facultät (ohneVerleihung der Doctorhütc) werden müßte. Es würdeein seltenes Glück dazu gehören, wenn ein oderzwei oder auch drei Lehrer jederzeit dem Theologendie ganze Universität ersetzen könnten. Ein Mannzumal kann nicht Alles lehren, und wenn er auchalles zu lehren sich anmaßte, oder wenn ihm solchesauch von der Regierung zugetrauct würde: so wäredie Geistlichkeit, mithin auch ein ganzes christlichesLand zu bedauren, das von dem Munde eines ein-zigen theologischen Orakels in der Hauptstadt ab-hinge. Wie bald könnte der dümmste Ignorant,der einseitigste Schwazcr, der leerste Heuchler einsolch privilegirtcs, tönendes, gebietendes, tyranni-sches Orakel werden, dessen Epoche sich nicht andersals mit dem Schaden und Schimpf des ganzen Lan-des endete. — Die theologische Kabalen - Geschichteder vielen kleinen Fürstenthümer und GrafschaftenDeutschlands hat ärgerliche Beispiele dieser Artgenug gegeben, in denen die Fürsten und Landes-herren fast immer eine zu unangenehme Rolle spie-len, als daß man sie für die Zukunft zurückwün-schen sollte. Alle Monopole sind verhaßt; in Wis-senschaften sind alle Abschränkungen gefährlich; siedrohen mit Barbarei, Anmaßung, Heuchelei undThorheit. Bald würde man die jungen Geistlichendieses Landes (falls sie sich nicht offenbar durchRuhm auszeichnetcn) als Gymnasiasten , als un-akademische Schüler auszcichnen, und sie mit Spott-namen belegen rc. Vor nichts aber, dünkt mich,müsse man den geistlichen Stand so sehr bewahren,