an Theophron. 27^
und Ruhe haben. Noch weniger richten sie etwasaus, wenn sie in dummer Trägheit nur klagen,seufzen, fluchen, vcrläumden; da zeigt man nurimmer, daß man keine Arme und Waffen zurVertheidigung habe, oder zu brauchen Lust habe;und beides ist übel.
-Ich fttze Ihnen, m. Fr., einige Er-fahrungen her, die ich in der ganzen Kirchengefchichtebewahret finde: wenden Sie sie zu Ihrer Ermun-terung, Hoffnung und Trost auf unsre Zeit an.
Erstlich. Jedesmal, wenn eine Gahrung war,wenn eine Revolution der Wissenschaft oder Neli-gionsgestalt bewirkt wurde, war nichts schwerer,als sich in G re nz en z u halten: man schrittleicht von Einem Acußersten aufs andre. Siewissen, als die Reformation entstand, brach derSocinianismus sowohl, als die Schwärmerei mithinein: zwei Ucbel, an denen die edcln Reforma-toren nur sehr zufälliger Weise Schuld waren.Die feinen Köpfe Italiens wollten, da Einigesder Vernunft naher gebracht war, ihr Alles gleich-förmig machen, und singen also in der Theologievon vorn, vom Artikel der Dreieinigkeit, an.Sic kamen nicht viel weiter und schadeten auch sosehr nicht; damals und jetzt erkennet ein Jeder,der richtige Schciftauslegung liebt, daß, wennEine Parthci in der Welt dem N. T., insonder-heit dem Evangelium Johannes, offenbar zuwiderlehret, so seys der Socinianismus. Zuletzt hat ersich seiner selbst geschämt, und feinen Lehrbegriff,so viel es angieng, verfeint und bemäntelt; viel-leicht würde crs eher gethan haben, wenn man