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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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231
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an Lheophron. 2?r

Der größeste Mißbrauch von 'Allem ist, wannma» Gott zuschreibt, was in dar Bibel gethan underzählt wird, sollte cs auch Satan in ihr thun odererzählen; es sticht ja, sagt man, in der Bibel.Dieser Mißbrauch wird wirklich zum Unsinn, unddoch begeht man ihn öfter, als man denket. WeilDavid ein Mann nach dein .herze» Gottes,d. i. ein in seinen meisten Handlungen und Absich-ten redlicher und sehr löblicher Fürst heißt, so mußer Alles im Namen Gones gethan, so muß auchGott durch ihn die Sünden mir UriaS und Vmb-seba gethan haben, über die der Schuldige so hartbüßen mußte! WaS fehlte Verdrehungen solcherArt zur Gotteslästerung, wenn sie nicht offenbarungereimt ins Auge sielen? Im Blich Gottes, derBibel, steht alles beschrieben, wie im Buch Got-tes, der Natur, zwischen Erd und Himmel, aller-lei, Gutes und Böses, enthalten ist. Annalenmüssen treu beschrieben werden, und dieses sindAnnalen der Menschheit.

O, mein Freund, wenn Sie die Bibel mitmenschlichem Blick und Herzen durchgehn, wennSie auch den Faden der Entwicklung GottcS nachZeiten, Lebensart, Personen, Sitten verfolgen,welche Wahrheit werden Sie finden! und bei alleinWunderbaren mancher Geschichte welche aufdringendeWahrheit! Hier ist kein wunderbares Gemi ch vonFabeln und Dichtungen, wie in andern alten, zu-mal Morgenländer-Sagen. Wie simpel ist die Er-zählung von den ersten Zeiten der Welt bis auf diePatriarchen, wo doch nach der Art aller andernNationen di« kühnsten Lügen und Wundergeschichtcn