B r i e f e,
Weh Euch, so Ihr auf Titel schaut!
Wohl Euch, so wenigS Euch vertraut.
So könnt Ihr Gottes Haushalter seyn,
Der Welt ein Dorn, ein' Ruth und Pein.
Roch müssen wir das Hauskreuz tragen,
Wie jeder Ehmann wird beladen,
Was jedem geschieht, das kann uns werden,
All' täglich Fall gehören auf Erden.
Wollt Ihr denn hie den kürzten Weg,
Daß Euch begnüg göttlicher Seg,
So laßt nit z'viel auf Erden ga'n,
Der Himmel steht Euch besser an.
Gewöhnt Eur' Leut zu schlechter Art,
Nichts ehers lernt sich, als Hoffart.
Laßt Arbeit thun, was essen wi ll;Zur Ruh bleibt Zeit noch überviel.Traut nit zu wohl eim jeden Maul,Das Bös' ist frisch, das Gut' geht faul.Veracht nicht leichtlich arm' Gestalt,Gott viel Geheim niß dabei Vorbehalt,Glaubtauch nit Alles, was man leugt,Unzeitig Eifer manchen treugt,
Ich geb Euch noch das zu B'r icht,Verlaßt Euch auf kein'n Menschenn i ch t.
Gott sey Euch einig Euer Laoxus,
Dazu der Mensch Euch helfen muß.
Sonst, wo ohn Gott der Mensch soll helfen,
Da gilts laufen, schmieren und gelfenUnd ist doch nichts als Wort und Schein;
Der g'winnts, der über Euch kann seyn-"
Ich sprach! „mein lieber frommer Herr,War' ich vorlangsten kommen her,