Briefe,
issu
Er sprach: „ich muß Euch das verzeihen,Weil Ihr noch laust unter den Freien:
So Ihr einsmals kommt in den Karren,
So wird man mit Euch anders narren.
Da müßt Ihr glauben, wissen, thun,Leiden, lassen, fürchten und hon,
Was niemand darf, kann, mag, noch willUnd dieses alles in der Still';
Denn wer sich dieses will beschweren,
Der mag seine Pfarr ein'm andern leeren."
Ich bat durch Gott den alten Herren,
Er wollt' die Sache mir erklären,
Denn ich fragt nicht aus Uebermuth,
Sondern wie that ein junges Blut.
Könnt' ich der Sachen ha'n Bericht,
Mein Tag wollt' ichs vergessen nicht.
„Gern, gern, gern, sprach mein alter Held,Die Weis' mir nu viel baß gefällt.
So hört mit Fleiß, was ihr nir gewußtUnd küsset denn den Pfarrerslust.
Höret zuvor mcin's Dorfs Beschwer,
Juckt euch die Haut, so kommet her.
Ich Hab gesagt, ein Pfarrer glaubt,
Das kaum ein Mensch bringt in sein Haupt.
Er glaubt ein'n Gott, deß niemand acht;
Ein jeder nach sein'm Götzen tracht.
Er glaubt ein'n Himmel, der wird vcrschmächtEin jeder hier gern ewig zecht.
Er glaubt ein' Höll, die niemand fleucht;
Ei» jeder die breite Straffe zeucht.
Er glaubt ein Gericht, das niemand besorgt;Ein jeder auf die Rache borgt.