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Briefe,
sich bald: von der Gegenseite wird sodann auch je-mand da seyn, der die Stimme erhebt; und kurz,Sie gewinnen durch Augenzeugen immer festen Fußund Standpunkt. Gehen Sie aber hinterrücks undHoren zuerst, was unsere Zeitgenossen sagen, soflössen Sie oft von einem Blinden auf den andernBlinden: denn zuletzt schöpften vielleicht alle ausEiner — unsichern Quelle. Ueberhaupt ist dasHinterrücksgehen weder der anständigste, noch derbequemste und sicherste Weg. Für uns z. E. giebt'sin den neuern Jahrhunderten keine merkwürdigereBegebenheit als die Reformation; und sie alleinbis auf alle kleine Umstande zu kennen, forderteJahre, ja vielleicht ein Leben. Des letzten ist dieBegebenheit, so groß und unschätzbar sie ist, wohlnicht wcrth. Aber sie aus den Hauptqucllender damaligen Zeit, nach ihren Triebfe-dern, den vornehmsten Ursachen und Hinder-nissen, die ihr solche und keine andere Richtunggaben, endlich nach den Folgen unddenHaupt-Veränderungen der Folgen bis aus unsre Zeitkennen zu lernen, das muß und kann man ohneRiesenmühe, sobald man sich nur aus dem Geredeunsrer Zeit wegmacht und an die Quellen der Be-gebenheit selbst wandert. Ohne diese edle Kühnheitbleibt selbst ein Geistlicher der protestantischen Kircheimmer halb blind. Er kennt weder die Refor-matoren, noch die symbolischen Bücher,noch die Form und Einrichtung seiner Li-turgie, noch den Standpunkt gewisser Strei-tigkeiten und Glaubenslehren recht, wenn er diesStudium nicht für sich selbst mit einigem Fleißegetrieben. Er weiß weder, was sie wollten? noch