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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe,

dieses Lehrers, bedeutet haben soll? und betrachtetsie sodann als Portrait einzeln. Man wohnetmit dem Manne eine Zeitlang, lernt seine Beweg-gründe und Triebfedern, aus eignen Schriftenund Handlungen, wohl gar aus seinem Selbst-be kennen iß, kennen, studirt insonderheit an ihmdie kleinen Züge, wo sich der Mensch, der ein-zelne Mensch, verrath: hieraus bildet sich allmählichein Bild und Urtheil. Man lernt Haffen oderlieben, bewundern oder verachten; allemal aber lerntman. Sie sehen , m. Fr., Llogia , Lobreden undLeichengebichte sind hiezu nicht tauglich. Da sitztder Mann auf einem Tragsessel oft ohne Beine,oder liegt in seinem Leichenhabit im Sarge, dakann man ihn nicht, wie er ist und war, kennenlernen. Historische Ideale sind als Romane nutz-bar: sie strengen an, sie muntern auf, sie zeigeninsonderheit die Seele deß, der sie ausdachte; ichliebe aber ungleich mehr Portraite als Ideale,bestimmte Handlungen als Allgemeinsatze,kleine, unvermerkte Charakterzüge, als allesGerede darüber. Ist eine Lebensbeschreibung end-lich gar von der Art, daß sie weder Ideal nochBild giebt, so wird sie sehr langweilig, oft unaus-stehlich. Man weiß nicht, was man liefet, undje weiter man kommt, je mehr fangt es an zufehlen. Für den Register- Lexicon - und Chroni-kenschreiber ist ein solches Leben sehr brauchbar; abernicht für den Schüler der Theologie, für den unbe-fangenen Philosophen einer Geschichte der Menschheit.

Einige sehr merkwürdige Leute schrieben ihrLeben selbst; und es ist zu beklagen, daß wirs von