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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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das Studium der Theologie betr. 99

Baco vergleicht, ich weiß nicht welche Historie mitdem Bilde des Polyphemus, dem sein Auge fehlt;der Kirchengeschichke fehlt dies Auge gewiß, wennsie nicht, als lebendiger Commentar desWortes und der Regierung Gottes be-trachtet, uns lebendige Menschen kennen leh-ret. Alle Classificationen von Kaisern, Königen,Bischöfen, Ketzern; die leeren Titel von Concilien,Synoden, Lehrern, Schriften sind Facher, in dieman etwas legen, aus denen man auch nehmenkann, wenn — etwas drinnen ist, wenn Lehrerund Buch es darein legen. Nicht der ist der besteLeser der Kirchcngeschichte, der alle diese Sachenauf der Schnur hat; (auch Spielzeug und Glas-perlen kann man auf der Schnur haben) sondernder Kleinode besitzt, (falls er sie auch nicht immerbei der Hand hatte,) der sie uns zu zeigen nichtvorenthalt, aber auch das Beste mit ihnen, denGeist der Geschichte, Regeln ihres Ge-brauchs uns mitschenket. Cin lebendiger Lehrerist hier insonderheit nutzbar: denn die beste Lehreist sein mündlicher Vortrag, die Art, wieEr Monumente, Begebenheiten, Personen, Schrif-ten, Sachen behandelt und ansieht. DieBücher, die in unfern Händen sind, sind meistensnur Compendien, trockne Auszüge und Wegweiser.Selbst kann der Lehrling noch nicht zu allen Quel-len, Geschichten, Begebenheiten und Ketzern laufenoder sie prüfen : cin schriftliches Urtheil in ein paarWorten bisst auch nicht viel und ist oft kaum demWeisern, der selbst gelesen und geprüft hat, ver-ständlich. Also gehört zur genauesten und vielfach-sten aller lebendigen Wissenschaften, der Historie,

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