Briefe,
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Theologie, ob sie wohl höheren Ursprungs und In-halts ist, kann doch von der menschlichen Seelenicht anders als in diesen drei Cellen und Behält-nissen gefaßt werden, wie ein und dasselbe Gesäßverschiedne Safte, durch verschleime Oeffnungen , insich aufnimmt. Sie besteht also aus der heiligenGeschichte, aus göttlicher Poesie, wie z. E.die Parabeln, und aus einer ewigen Philoso-phie, welches ihre Pflichten und Lehren sind.
Die Poesie gehört der Einbildungskraft, dissehr freie Trennungen und Verbindungen der Dingeliebet. Sie ist nicht Geschichte, sondern eine will-kührliche Nachahmung derselben, bnstoria aä pla-issrniN Loniiata. Die erzählende Dichtung ahmtgeschehene Dinge bis zur Täuschung nach, erhöhtsie aber öfters über die Glaubwürdigkeit. Denn dadie sinnliche Welt unter der Würde unsrer Seelebleibt, so giebt ihr das die Poesie, was ihr die Ge-schichte versaget; befriedigt das Gemüth mit Schat-ten der Dinge, da die arme Wirklichkeit cs nicht be-friedigen kann. Eben die Poesie zeigt, daß unsreSeele zu einer Hellern Größe, zu einer vollkomme-nem Ordnung, zu einer schöner» Mannichfaltigkeitgemacht scy, als ihr die Natur nach dem Fall ge-wahret. Deswegen dichtet sie größere Thaten, ge-rechtere Folgen, eine schönere Abwechselung, als dieGeschichte zeiget. Es ist etwas Göttliches in ihr,weil sie die Seele erhebt, den Laus der Dinge unsunterwirft, nicht uns dem Lauf der Dinge, wieVernunft und Geschichte fordern. Sie schmeicheltalso dem menschlichen Gemüth, und insonderheitmit der Tonkunst vereinigt, hat sie große Gewalt
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