das Studium der Theologie betr. 65
dünkt, so hätten Sie Ihre Geschichte , Ihre Stunde,Ihre« Ort sowohl genutzet, daß niemand vor derHand eine andre Anwendung des Evangeliums be-gehren würde. — —-
Und nun, m. Fr. , erlassen Sie mir weitereBeispiele, insonderheit über Lehrtexte; auch dieswar Einer, und jeder in der Welt muß es billigseyn. Wir haben an schönen Lehrpredigten so eineMenge, daß ich Eulen nach Athen trüge, wenn ichhinter Spalding, Jerusalem, Sack, Er-nesti, Zollikofer, Teller, Cramer, Mas-sillon, Bourdaloue, Tillotson, Clarke,Fostcr, Narrow u. f. f. mit Lehrverträgenkommen wollte. Ich kenne die wenigsten dieser be-rühmten Männer ganz; die ich aber kenne, über-heben mich meiner Mühe völlig. SpaldingsPredigten z. B. haben eine so redliche Einfaltund Würde, die Predigten Erncsti'S eine dog-matische Vcstigkeit und Bestimmtheit, Jerusa-lems eine schöne philosophische Klarheit, Cra-mcrs einen Strom der Beredsamkeit u. f. Essind, sagt Paulus, vcrschiedne Gaben, verschiedneKräfte , verschiedne Acmter; an jedem brauche mandas Seine und tadle ihn nicht über das, was Ecnicht hat, und das ja eben deshalb andre haben»Ein Recensentcn-Wahn dieser Art ist für den Ler-nenden kleinlich und kindisch. Sack predige als
Sack, Spalding als Spalding» und Sie lernenvon beiden.
Noch ärger ist's, wenn man einzelne Vorträgeals Glaubensbekenntnisse anstehel und gar von dem,Heeders Werke z. Siel. u. Thcol. X. E