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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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das Studium der Theologie betr. 61

bringen, muß sie nach Jerusalem führen: mit ei-ner Frage, worüber Jerusalem erschrickt, das, nachder damals allgemeinen Erwartung vom Messias,über solche Nachricht nicht erschrecken sollte. Hcco-des erschrickt gleichfalls und rüstet in der Stille so-gleich seinen Argwohn. Er laßt feine Weisen ver-sammeln und fragt sie um Rath; sie geben ihmdenselben, sie zeigen ihm die Straße, die sie selbstnicht gehen. Aus dem Schriftforscher wird derStaatsmann, der jene Fremdlinge heimlich zu sichfordert, mit großem Fleiß die Chronologie des Sternslernet, sie an den rechten Ort weiset, ihnen dieschönsten Aufträge giebl und sie freundlich wiederzu sich ladet. Welche Gelegenheit haben Sie hier,bei jedem Schritte die Dürftigkeit des menschlichenRaths, zumal menschlicher Sklaverei, undpolitischer Arglist, gegen den reichen, hohen RalhGottes zu zeigen! Die Unschuld der Weisen ge-gen die Verschmitzheit Hecodes, ihre Frei-müthigkeit gegen die Sklaverei Jerusalems,die im Traum erschrickt und wieder cinschläst, diethätigc Einfalt jener, gegen die unnütze Weis-heit der Schriftgelehrten, ihre Ruhe mitten in derGefahr gegen Hcrodes Unruhe, der ganz ohneGefahr war u. s. f. Alles dies läßt sich in einLicht setzen, das den Zwist menschlicher Gesinnungenund Handlungsweisen, ihre Größe und Kleinheit,gnug zeiget. Uebcr allem halten Sie nun gleichsamden Stern, d a s w a ch e n d e A u g e der Vor-sehung Gottes und seiner Absicht IhrenHörern gegenwärtig: sind jene Weisen aus dem

Tumult des Erschreckens, Fragens, Wissens, Be-trügens heraus: so erscheinet ihnen wieder ihr sichrer