Ideen zur Philosophie
3c>4
die ganze Art des Krieges. Unglaublich viel hangt imneuen Zustande von Europa von dieser Erfindung ab,die den Rittergcist mehr als alle Eoncilien besiegt, dieGewalt der Regenten mehr als alle Volksversammlun-gen befördert, dem blinden Metzeln persönlich erbitter-ter Heere gesteuret, und der Kricgcsan, die sie hcrvor-brachte, auch selbst Schranken gesetzt hat. Sic und an-dre chemische Erfindungen, vor allen des mörderischenDrantwcins, der durch die Araber als Arzncy nach Eu-ropa kam und sich als Gift nachher auf die weite Erdeverbreitet hat, machen in der Geschichte unsres Ge-schlechts Epochen.
Ebenso das Papier aus Lumpen bereitet,und die Vorspiele der Buchdruckerey inSpielkarten und andern Abdrücken unbeweglicher Cha-raktere. Zu jenem gaben wabrscheinlich die Arabermit dem Baumwollen - und Scidenpapicr, das sie ausAuen brachten, Anlaß; die letztgenannte Kunst gingin langsamen Schritten von Einem Versuche zum an-dern fort, bis aus Holzschnitten, die Kupferstecher-undBuchdruckerkunst mit der gröfcstcn Wirkung für un-fern ganzen Wcltthcil wurden. Die Rechnung s-Ziffern der Araber, die musikalischen No-ten, die Guido von Arezzo erfand, die Uhren,di - gleichfalls aus Asien kamen, die Dclmalcrey, einealte Deutsche Erfindung, und was sonst hie und da annützlichen Werkzeugen noch vor d.ni Anbruch der Wis-senschaften ausgcdacht, cdcr angenommen und nachge-ahmt worden, ward im großen Treibhaus«; des Eurv-pailchen Kunsifleißes fast'immer ein Samenkorn neuer'Dinge und Begebenheiten für die Zukunft.