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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
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268 Ideen zur Philosophie

neuen Zeit ähnlich. Alle breiteten sich mit so stillerKraft, mit so überredendem Nachdruck aus, daß inganzen Provinzen das Ansehen des geistlichen Stan-des äußerst siel, zumal dieser ihnen auch im Dispu-tircn nicht widerstehen konnte. Insonderheit warendie Gegenden der Provcnzali sehen Spracheder Garten ihrer Blüthc; sie übersetzten das neueTestament (ein damals unerhörtes Unternehmen) indiese Sprache, gaben ihre Regeln der Vollkom-menheit in provenzalischcn Versen, und wurdenseit Einführung des römischen Christenthums die er-sten Erzieher und Bildner des Volks inseiner Landessprache *).

Dafür aber verfolgte man sie auch, wie manwußte und konnte. Schon im Anfänge des cilftcnJahrhunderts wurden in der Mitte von Frankreich,zu .Orleans (1022.), Manichäer, unter ihnen selbstder Beichtvater der Königin, verbrannt; sie wolltennicht widerrufen und starben auf ihr BekenntnisNicht gelinder verfuhr man mit ihnen in allen Län-dern, wo die Geistlichkeit Macht üben konnte, z. B.in Italien und Süd-Deutschland ; im südlichen Frank-reich und in den Niederlanden, wo die Obrigkeit sieals fleißige Leute schützte, lebten sie lange ruhig, bis

endlich

*) Unter den Schriften über Liese Sekten, die dieKirchengeschichle vollständig anführet, erwähneichnur Eines in seinem Werth ziemlich unerkanntenBuchs, I. C. Füßli neue und unpar-theyischc Ketzer- und Kirchenhifro-r i e d e r m i t t l e r e n Z e i l, 8 Lheile 8., inwelchem sehr nutzbare Kolleelaneen zu finden sind.