2b'n Ideen zur Philosophie
Gesetze und Regeln des Ritterthums sind in diesemUrsprünge enthalten *).
Dies Reutergcfolge nämlich war Dienst;mithin war 'Angelobung der Treue sowohl bcymKnappen als Ritter hie erste Pflicht, die er seinemHerrn leistete. Nosi - und Streitübungcn waren dieSckule desselben, aus welchen nachher, nebst andernsogenannten Ritterdiensten, Kampfspielc und Tur-niere entstanden. Key Hofe mußte der junge Rcu-tcrknabe um die Person des Herrn und der Frauseyn, und Hosdienstc leisten; daher die Pflichten derHöflichkeit gegen Herren und Damen, die er zunft-mäßig lernte. Und da er außer Roß und Waffen,noch etwas Religion und Frauenhuld gebrauchte, solernte er jene nach einem kurzen Brevier und be-warb sich um diese nach Sitten und Kräften. Hie-mit war das Ritterthum eingerichtet, das aus einemblinden Glauben an die Religion, aus einer.blindenTreue gegen seinen Herrn, sofern dieser nur nichtsZunftwidriqes begehrte, aus Höflichkeit im Dienstund aus Artigkeit gegen die Frauen bestand; außer
HS. Mosers Oönabrückischc Geschichte Th. I.
" Beym folgenden sichre ich statt einer Menge,die vom Ritterwesen geschrieben, den einzigentünrue ste Uslnvs an, dessen Abhandlungenunter dem Titel „das Ritterwesen des Mittelal-ters " von D. Klüber auch Deutsch übersetztsind. Das Meiste des Originals geht nur aufdie Französischen Ritter; die Geschichte des Rit-tcrthums in ganz Europa ist meines Wissensnoch ungeschrieben.