244 Ideen zur Philosophie
sitzcs dieser Gebenden, che noch der Unterschied derStände zu einem crblich-unterdrückcndcn Anschn ge-langte, war der rohen Genügsamkeit dieser ungebil-deten Völker, mitten unter andern Nationen, die zuihrer Bequemlichkeit lange gebauct und vorgcarbeitekhatten, die eroberte römische Welt ein wahres Pa-radies. Sie achteten der Zerstörungen nicht, die ihreZüge veranlaßt, und damit das Menschengeschlechtmehr als Ein Jahrtausend zurückgesetzt hatten: dennman fühlt nicht den Verlust eines unbekannten Gu-tes, und für den sinnlichen Menschen war der west-liche Theil dieser Nordwclt auch mit dem schwächstenRest seines Anbaues doch in jedem Betracht mehrals sein altes Sarmarien, Scythien, oder die fer-nere östliche Hunnenwelt. In den Verheerungen, dieseit der christlichen Epoche entstanden, in den Krie-gen , die diese Völker unter sich erregten, in denneuen Seuchen und Krankheiten, die Europa trafen,litt frcylich das Menschengeschlecht in diesem Erd-strich ; doch aber erlag es endlich durch nichts so sehr,als durch die despotische Lehnhercschaft. Europa wardvoller Menschen, aber voll leibeigner Knechte; dieSklaverey, die diese drückte, war um so harter, dasie eine christliche, durch politische Gesetze, und dasblinde Herkommen in Regeln gebrachte, durch Schriftbestätigte, an die Erdscholle gebundene Sklaverey
Rüstungen bekannt; ohne sie kann man sich auchdie alte und mittlere Geschichte Europa's schwer-lich denken. Es waren wenig Gedanken in dertapsren und edlen Masse, und das Wenige be-wegte sich langsam, aber Kraftvoll.