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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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200 Ideen zur Philosophie

seitdem man von der Oberherrschaft des Papstes frey

war. Als christliche Republik hat sich Europa also

nur gegen die Ungläubigen gezeigt, und auch da sel-ten zu seiner Ehre: denn kaum dem epischen Dich-ter sind die Kreuzzüge ruhmwürdige Thaten.

3 Es wird der Hierarchie zum Ruhm ange-rechnet, daß sie dem Despotismus der Für-sten und des Adels eine Gegenmacht ge-wesen und dem nicdern Stande cmporgc-holfen habe. So wahr dieses an sich ist: so

muß cs dennoch mit großer Einschränkung gesagt

werden. Der ursprünglichen Verkostung deutscherVolker war der Despotismus eigentlich so ganz zu-wider. daß sich eher behaupten ließe, die Könige ha-ben ihn von den Bischöfen gelernt, wenn diese See-lenkrankheit gelernt werden dürfte. Bischöfe nämlichbrachten aus ihrer mißbrauchten Schrift, aus Romund ihrem eigene» Stande morgenländische oder klö-sterliche Begriffe von blinder Unterwerfung unter denWillen des Oberherren in die Gesetze der Völker undin seine Erziehung; sie warcn's, die das Amt desRegenten zur tragen Würde machten und seine Per-son mit dem Salböl göttlicher Rechte zu Befugnissendes Eigendünkels weihten. Fast immer waren Geist-liche die, deren sich die Könige zu Gründung ihrerdespotischen Macht bedienten: wenn sic mit Geschen-ken und Vorzügen abgesunden waren, so durftenandre wohl aufgeopfert werden. Denn überhaupt,waren es nicht die Bischöfe, die in Erweiterungihrer Macht und Vorzüge den Laoenfürsten voran-ginqcn, oder ihnen eifersüchtig nachfolgtcn? heiügtcnnicht eben sie die widerrechtliche Beute? Der Papstendlich als Oberrichter der Könige, und der Despot