rg8 Ideen zur Philosophie
In Klöster retteten sich die übcrgebliebenen eiltenSchriftsteller, die hie und dci abgeschriebcn, derNachwelt aufbewahrt wurden. Durch Hülfe desGottesdienstes endlich erhielt sich, wie sie auch war,mit der lateinischen Sprache ein schwaches Band,das einst zur Littcratur der Alten zurück - und vonihnen bessere Weisheit herleiten sollte. In solcheZeiten gehören Klostermaucrn, die auch den Pilgrim-men Sicherheit und Schutz, Bequemlichkeit, Kostund Aufenthalt gewahrten. Durch Reisen dieser Artsind die Länder zuerst friedlich verknüpfet worden:denn ein Pilgerstab schützte, wo kaum ein Schwertschützen konnte. Auch hat sich an ihnen die Kundefremder Lander, sammt Sagen, Erzählungen, Ro-manen und Dichtungen in der rohesten Kindheit ge-bildet.
Alles dies ist wahr und unläugbar; da vielesdavon aber auch ohne den römischen Bischof gesche-hen konnte: so lasset uns sehen, was dessen geistlicheOberherrschaft eigentlich Europa für Nutzen gebrachthabe?
t. Die Bekehrung vieler heidnischenVölker. Aber wie wurden sic bekehret? Oft durchFeuer und Schwert, durch Vehmgerichte und aus-rottende Kriege. Sage man nicht, daß der römischeBischof solche nicht veranstaltet habe; er genehmigtesie, genoß ihre Früchte, und ahmte, wenn er's thun.konnte, sie selbst nach. Daher jene Ketzergerichte,zu denen Psalmen gesungen wurden, jene bekehren-den Kreuzzüge, in deren Beute sich Papst und Für-sten , Orden, Prälaten, Domherrn und Priesterheilten. Was nicht umkam, ward leibeigen gemachtund ist es großentheils noch j so hat sich das christ-
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