de r G cschich t e d e r Me n sc hh ei t. »67
scn, Alemannen, Thüringer und zuletzt die Sach-sen waren zur Unterwürfigkeit und zum Christenthumgezwungen, so daß z. B. die Sachsen, wenn sieKecstcne (Christen) wurden und das große Wo-dansbild verfluchen, zugleich auch ihre Besitzthümerund Rechte in den Willen des heiligmachtigen Kö-nig Karls übergeben, um Leben und Freyheit fuß-fällig bitten und versprechen mußten, an dem drey-ciniqcn Gott und an dem heiligmachtigen KönigKarl zu halten. Nothwendig ward durch diese Bin-dung eigener und frcyer Völker an den FränkischenThron aller Geist ihrer ursprünglichen Einrichtunggehcmmet: viele derselben wurden mißtrauend oderharr bebandelt, die Einwohner ganzer Striche Lan-des in die Ferne geführet; keine der übergebliebcncnNarionen gewann Zeit und Raum zu einer eigen-thümlichcn Bildung. Sofort nach des Riefen Tode,der dies gewaltsam - zusammengetriebene Reich alleinmit seinen Armen erhielt, ward unser Deutschlandmit oft veränderten Grenzen bald diesem, bald jenemschwachen Karlinger zu Theil, und da es an den nieaufbörcnden Kriegen und Streitigkeiten des ganzenunglücklichen Geschlechts Antheil nehmen mußte;was konnte aus ihm, was aus seiner innern Ver-fassung werden? Unglücklicher Weise machte es dienörd - und östliche Grenze des fränkischen Reichs,mithin der gesummten römkschkatholischen Christen-heit aus, an welcher allenthalben gereizte, wildeVölker voll unversöhnlichen Haffes saßen, die diesLand zum ersten Opfer ihrer Rache machten. Wievon der Einen Seite die Normanner bis nach Tricrdrangen, und einen der Nation schimpflichen Frie-den erlangten, so rief auf der andern Seite, um