der Geschichte der Menschheit. i 5 r
Schon in der Mitte des fünften Jahrhundertszogen von der nördlichen Küste Deutschlands die An-gelsachsen (449.) , die zur See und zu Lande langedas Kriegs - und Rauberhandwerk getrieben hatten,den Britten zu Hülfe. Hengist und Horsa (Hengstund Stute) waren ihre Anführer; und da sie mitden Feinden der Britten, den Picten und Kaledo-niern ein leichtes Spiel hatten, und ihnen das Landgefiel, zogen sie mehrere ihrer Brüder hinüber; sieruheten auch nicht, bis nach i 5 o Jahren (582.),voll der wildesten Kriege und der abscheulichsten Ver-wüstung , Britannien bis an die Ecken des Landes,Cornwallis und Wales ausgenommen, das Ihrigewar. Nie ist den Kymren, die in diese Lander ge-drängt wurden, das gelungen, was den Westgothenin Spanien gelang, aus ihren Gebirgen hervorzu-gehn, und ihr altes Land zu erobern: denn die Sach-sen, ein wildes Volk, wurden als katholische Christenin ihrem geraubten Besitzthum gar bald gesichert undgefirmelt.
Nicht lange nämlich nach Anrichtung des erstensächsischen Königreichs Kent hatte die Tochter einesrechtgläubigen Königes zu Paris ihren heidnischenGemahl Ethelbert (Adelbert) zum Ehristcnthum be-reitet, und der Mönch Augustin führte solches misdem silbernen Kreuz in der Hand fcyerlich in Eng-land ein (697). Gregor der Große, damals aufdem römischen Stuhl, der vor Begierde brannte,das Ehristcnthum, insonderheit durch Gemahlinnenmit allen Thronen zu vermahlen, sandte ihn dahin,entschied feine Gewissensfragen, und machte ihn zumersten Erzbischof dieser glücklichen Insel (726.), dievom Könige Ina an dem heil. Petrus seinen evan-