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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
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der Geschichte der Menschheit. 149

dürsten Kriege, und die Geistlichkeit, nebst dem Bi-schöfe von Rom, werden ihre unwürdigen Richter.Bischöfe gedeihen zu Fürsten; die Streiserey der Bar-baren jagt alles unter die Gewalt derer, die inSchlössern wohnen. In Deutschland, Frankreich undItalien richten sich Statthalter und Beamte zu Lan-desherren empor; Anarchie, Betrug, Grausamkeitund Zwietracht herrschen. Acht und achtzig Jahrenach Karls Kaiserkrönung erlischt sein rechtmäßigesGeschlecht in tiefstem Jammer, und seine letzte un-ächte Kaisersprosse erstirbt, noch nicht hundert Jahrenach seinem Tode. Nur ein Mann wie Er konnteein Reich von so ungeheurer Ausbreitung, von sokünstlicher Berfassung, aus so widrigen Theilen zu-sammengesetzt , und mit solchen Ansprüchen begabt,verwalten; sobald die Seele aus diesem Riesenkörpergewichen war, trennete sich der Körper und wardauf Jahrhunderte hin ein verwesender Leichnam.

Ruhe also wohl, großer König, zu groß fürdeine Nachfolger auf lange Zeiten. Ein Jahrtausendist verflossen, und noch sind der Rhein und die Do-nau nicht zusammengegraben, wo Du, rüstiger Mann,zu einem kleinen Zwecke schon Hand ans Werk leg-test. Für Erziehung und Wissenschaften stiftetest Duin deiner barbarischen Zeit Institute; die Folgezeithat sie gemißbcaucht, und mißbrauchet sie noch. Gött-liche Gesetze sind Deine Kapitulace gegen so mancheReichssatzungen spaterer Zeiten. Du sammletest dieBarden der Vorwelt; dein Sohn Ludwig verachteteund verkaufte sie; er vernichtete damit ihr Andenkenauf ewig. Du liebtest die deutsche Sprache und bil-detest sie selbst aus, wie du cs thun konntest; samm-letest Gelehrte um dich aus den fernsten Ländern;