der Geschichte der Menschheit. 12?
eben so vieler Zeit, als Geiscrich selbst regieret hat-te, ging das ganze Reich in einem Feldzüge unter.Der achte König, Gelimer, (684) ward mit allenerbeuteten Schätzen zu Konstantinopel in einem bar-barischen Prachttriumph aufgeführet und starb alsein Landmann; seine gefangenen Vandalen wurdenan die Persische Grenze in Schlösser verlegt, undder Rest der Nation verlor sich; wie ein Zauber-schloß voll Goldes und Silbers verschwand dies son-derbare Reich, von dem man etwa noch Münzenin der Afrikanischen Erde antrifft. Die JüdischenTempelgeräthe, die Geiscrich aus Nom geraubt hat-te , wurden in Konstantinopel z»m drittenmal imTriumph getragen; sie kam.n nach Jerusalem zurückals Geschenk in eine Ehristenkirche, und sind wahr-scheinlich nachher, mit einem Arabischen Spruch be-zeichnet, als Münzen in alle Welt geflogen. Sowandern die Heiligkhümcr: Reiche verschwinden: es
wechseln Völker und Zeiten. Sehr wichtig wäre esgewesen, wenn sich in Afrika dies Vandalische Reichhatte erhalten können; ein großer Tbeil dec Euro-päischen, Asiatischen und Afrikanischen Geschichte,ja der ganze Weg Europäischer Kultur wäre dadurchverändert. Jetzt ist das Andenken dieses Volks kaumnoch im Namen einer Spanischen Provinz kennt-lich *).
*)Mannerts Geschichte der Vandalen Leipzig1785 ist ein nicht unwürdiger Jugendversuchdieses Mannes, der sich durch seine Geogrg-phie der Griechen und Römer ein blei-bendes D'cnkmahl stiftet.