der Geschichte der Menschheit. 117
Unvollkommen also und zwanqvoll ward dieEinrichtung der Gothen in diesem schönen Lande,wo sie umschlossen von Bergen und Meeren sich zueinem daurenden, herrlichen Reich hatten bilden kön-nen, wenn sie dazu Verstand und Muth gehabt,und sich weder dem Klima noch der Kirche zu Knech-ten gemacht hatten. Nun aber war jener,Stromlängst entkräftet, der unter Alarich einst Griechen-land und Italien durchbrauste; Adolphs Geist, derRom zu vernichten schwur, damit er eine neue Go-thenstadt, als das Haupt der Welt auf ihre Trüm-mern baute, war schon gebändigt, da er sich nacheinem Winkel des Reichs hakte verweisen lasten,und mit einer Placidia das Hochzeitbette bestieg.Langsam ging die Eroberung fort, weil Deutschevon Deutschen Völkern sich die Provinzen mit Bluterkaufen mußten; und als nach eben so langemKampf mit der Kirche, die Bischöfe und die Gros-sen des Reichs, zwey so widrige Extreme, end-lich zusammentrafen, war es um die Gründungeines festen gothischen Reichs in Spanien gesche-hen. Statt daß vorher die Könige dieses Volks vonder Nation gewählt waren, machten die Bischöfe dirWürde eines Königes erblich und seine Person gött-lich. Aus Kirchenversammlungen wurden Reichstage,die Bischöfe des Reichs ersten Stände. In Prachtund Weichheit verloren die Großen des Pallasts ihre
graäu u. f., schon jn Ferrcras Geschichtevon Spanien zu finden. Die Westgothischen Ge-setze sind außer dem Pirhöus in Linden-brogs roll. IsZ. aritigu. und sonst enthalten.