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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
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der Geschichte der Menschheit. e»3

Allerdings fand sich viel Rührendes bey diesemBunde der Treue und des Gehorsams über den Grä-bern. Wenn, wie Plinius sagt, die Christen vorTage zusammenkamen, ihrem Christus als einemGott Loblieder zu singen, und sich mit dem Sakra-ment, wie mit einem Eidschwur zur Reinheit derSitten und zu Ausübung moralischer Pflichten zuverbinden: so mußte das stille Grab ihres Brudersihnen ein redendes Symbol der Beständigkeit biszum Tode, ja eine Grundveste ihres Glaubens anjene Auferstehung werden, zu welcher ihr Herr undLehrer, auch als Märtyrer, zuerst gelangc war. Dasirdische Leben mußte ihnen vorübergehend, der Todals eine Nachfolge seines Todes rühmlich und ange-nehm , ein zukünftiges Leben fast sichrer als das ge-genwärtige dünken; und Ueberzeugungen dieser Artsind allerdings der Geist der ältesten christlichenSchriften. Indessen konnte cs auch nicht fehlen, daßdurch solche Anstalten die Liebe zum Martyrerthumunzeilig erweckt wurde, indem man, satt des vorüber-gehenden irdischen Lebens, nach der Blut- und Feuer-taufe als nach der Hcldenkrone Christi oft mit nutz-losem Eifer lief. Es konnte nicht ftblcn, daß denGebeinen der Begrabenen mit der Zeit eine fastgöttliche Ehre angethan ward, und sie zu Entsüh-nungen, Heilungen und andern Wunderwerken aber-gläubig mißgebraucht wurden. Es konnte, endlich amwenigsten fehlen, daß diese Schaar christlicher Heldenin kurzem den ganzen Kirchenhimmel bezog, und sowie ihre Leichname ins Schiff der Kirche mit Anbe-tung gebracht waren, auch ihre Seelen alle andereWohlthater der Menschen aus ihren Sitzen vertrieben;womit dann eine neue christliche Mytholo-