stenthum ist zum elendesten Aberglauben hinabge-sunken.
5. Also muß ich auch hier der griechischenSprache das Lob gebe», das ihr in der Geschichteder Menschheit so vorzüglich gebühret; durch sie istnämlich alles das Licht nusgegangen, mit welchem auchdas Christenthum unfern Welttheil beleuchtet oderüberschimmcrt hat. Ware durch Alexanders Erobe-rungen, durch die Reiche seiner Nachfolger und fer-nerhin durch das römische Bcsitzthum diese Sprachenicht so weit verbreitet, so lange erhalten worden;schwerlich wäre in Asien irgend eine Aufklärungdurchs Christenthum entstanden: denn eben an dergriechischen Sprache haben Rechtgläubige und Ketzerauf unmittelbare oder mittelbare Weise ihr Licht oderIrrlicht angcz^ndct. Auch in die armenische, syri-sche und arabische Sprache kam aus ihr der Funkeder Erleuchtung; und waren überhaupt die erstenSchriften des Christenthums nicht griechisch, sondernim damaligen Juden-Dialckt verfasset worden, hattedas Evangelium nicht griechisch gepredigt und fortge-brcitet werden können: wahrscheinlich wäre der Strom,der sich jetzt über Nationen ergoß, nahe an seinerQuelle erstorben. Die Christen waren worden, wasdie Ebioniten waren, und etwa die Johannesjüngeroder Thomaschristen noch sind, ein armer verachteterHaufe, ohne alle Wirkung auf den Geist der Na-tionen. Lasset uns also, von diesen östlichen Ge-burtsländern hinweg, dem Schauplatz entgegen gehen,auf dem es seine erste größere Rolle spielte.
Philos. u. Gesch. VI. Th.
F /llcen IV.