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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
Seite
71
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der Geschichte der Menschheit. 71.

gen, der vielleicht erst im fünfzehnten Jahrhundertentstanden, ist mit seiner persönlichen Heiligkeit, mitseinen harten Lehren, mit seinen Glocken und Prie-fr^rordcu vielleicht ein weitlauftiger Vetter des Lamaan der Tyber; nur daß bey jenem der Manichais-mus und Nestorianismus auf asiatische, fo wie beydiesem die rechtgläubige Christcn-Religion auf römi-sche Ideen und Gebrauche gepfropft ist. Schwerlichaber werden sich die beyden Vettern anerkennen, sowenig sie einander besuchen werden.

Heller wird der Blick auf die gelehrteren Ne-storiancr, die insonderheit vom fünften Jahrhun-dert an sich tief in Asien verbreitet und mancherleyGutes bewirkt haben *). Fast vom Anfänge derchristlichen Zeitrechnung blühete die Schule zu Edeffaals ein Sitz der Syrischen Gelehrsamkeit. König Ab-garus, den man mir Christo selbst in einen Brief-wechsel gebracht hat, ließ, als ec seine Residenz vonResibis dahin verlegte, die Büchersammlungen, diein den Tempeln lagen, nach Edeffa bringen; nachEdeffa reifete in dieser Zeit, wer gelehrt werdenwollte, aus allen Ländern umher, weil außer derchristlichen Theologie auch über die freyen Künste ingriechisch - und syrischer Sprache Unterricht gegeben

*) Pfeifers Auszug aus Assemanni Orien-talischer Bibliothek (Erlangen >776.)ist ein nutzbares Werk für diese fast unbekannteGegend der Geschichte;, eine eigne Geschichtedes christlichen Orients, insonderheitdes Nestorianismus im Zusammenhänge wäre nochzu wünschen.