der Geschichte der Menschheit. 32
derselben bey. Denn da sie sich nie um die Ober-herrschaft der Welt bewarben, keine kriegssüchtige,erbliche Fürsten unter sich hakten, und lieber steuer-pflichtig wurden, wenn sie ihr Land nur mit Ruhebewohnen konnten: so haben sich mehrere Nationen,am meisten aber die vom Deutschen Stamme, anihnen hart versündigt.
Schon unter Karl dem Großen gingen jene Un-terdrückungskriege an, die offenbar Handclsvortheilezur Ursache hatten, ob sie gleich die christliche Reli-gion zum Vorwände gebrauchten: denn den heiden-mäßigen Franken mußte cs freylich bequem seyn, einefleißige, den Landbau und Handel treibende Nationals Knechte zu behandeln, statt selbst diese Künstezu lernen und zu treiben. Was die'Franken lange-fangen hatten, vollführten die Sachsen; in ganzenProvinzen wurden die Slave» ausgerottet oder zuLeibeigenen gemacht, und ihre Landercyen unter Bi-schöfe amd Edelleute vertheilet« Ihren Handel aufder Ostsee zerstörten nordische Germanen; ihr Vinetanahm durch die Dänen ein trauriges Ende, und ihreReste in Deutschland sind dem ähnlich, was dieSpanier aus den Peruanern machten. Ist es einWunder,* daß nach Jahrhunderten der Unterjochungund der tiefsten Erbitterung dieser Nation gegen ihrechristlichen Herren und Räuber ihr weicher Charakterzur arglistigen, grausamen Knechtsträgheit herabge-sunken wäre? Und dennoch ist allenthalben, zumalin Landern, wo sic, einiger Frcyheit genießen, ihraltes Gepräge noch kennbar. Unglücklich ist das Volkdadurch worden, daß es bey seiner Liebe zur Ruheund zum häuslichen Fleiß sich keine danrende Kriegs-verfassung geben konnte, ob es ihm wohl an Tapfer-Philos. u. Gesch. VI. LH. E I-lrcn IV.