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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
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Ideen zur Philosophie

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striche! auf und lange noch noch seinem Tode stürm-ten die Winde. So nahm Nom der Welt auf mebrals ein Jahrtausend den Frieden und eine halbe Weltwilder Volker ward zur langsamen Wiederherstellungdes Gleichgewichts erfodert. An den ruhigen Gangeiner Asymptote war bei diesen Länder - und Volker-Erschütterungen gewiß nicht zu gedenken. Ueberbauptzeigt der ganze Gang der Cultur auf unsrer Erdemit seinen abgerissenen Ecken, mit seinen aus - undentspringenden Winkeln fast nie einen sanften Strom,sondern vielmehr den Sturz eines Waldwassers vonden Gebirgen; dazu machen ihn insonderheit die Lei-denschaften der Menschen. Offenbar ist es auch, daßdie ganze Zu'ammenordnung unsres Geschlechts aufdergleichen wechselnde Schwingungen eingerichtet undberechnet worden. Wie unser Gang ein beständigesFallen ist zur Rechten und zur Linken und dennochkommen wir mit jedem Schritt weiter: so ist der

Fortschritt der Cultur in Menschengeschlechtern undganzen Völkern. Einzeln versuchen wir oft beiderleiExtreme, bis wir zur ruhigen Mitte gelangen, wieder Pendul zu beiden Seiten hinausschlägt. Insteter Abwechselung erneuen sich die Geschlechter undTrotz aller Linear-Vorschriftcn der Tradition schreibtder Sohn dennoch auf seine Weise weiter. Beflis-sentlich unterschied sich Aristoteles von Plato, Epikurvon Zeno, bis die ruhigere Nachwelt endlich beideExtreme unpartheiisch nutzen konnte. So gehet wiein der Maschine unsers Körpers durch einen noch-wendigen Antagonismus das Werk der Zeiten zumBesten des Menschengeschlechts fort und erhält dessel-ben dauernde Gesundbeit. In welchen Abweichungenund Winkeln aber auch der Strom der Menschen-