Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
287
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 2.87

nichts anders. Gebrauchte sie sich aber der Waffen,die ihr Gott zum Gebrauch gegeben hatte, ihresVerstandes, ihrer Macht und aller der Gelegcnbeiten,die ihr ein günstiger Wind zuführte, so stieg siekünstlich höher, so bildete sie sich tapfer aus. Thatsie eS nicht: so zeigt schon diese Trägheit, daß sieihr Unglück minder fühlte: denn jedes lebbafte Ge-fühl des Unrechts mit Verstände und Macht begleitet,muß eine rettende Macht werden. Mir nickten grün-dete sich z. B. der lange Gehorsam unter dem Despo-tismus auf die Uebermacht des Despoten; die gut-willige, zutrauende Schwachheit der Unterjochten,späterhin ibre duldende Trägheit war seine einzige undgrößeste Stütze. Denn Dulden ist freilich leichter,als mit Nachdruck besser»; daher brauchten so vieleVölker des Rechts nicht, das ihnen Gvit durch dieGöttcrgabe ihrer Vernunft gegeben.

Kein Zweifel aber, daß überbaupt, was auf devErde noch nicht geschehen ist, künftig geschoben werde:denn unvcrjakrbar sind die Rechte der Menschheit unddie Kräfte, die Göttin sie legte, unaustilgbar. Wieerstaunen darüber, wie weit Griechen und Römer eSin ihrem Kreise von Gegenständen in wenigen Jahr-hunderten brachten: denn wenn auch der Zweck ihrerWirkung nicht immer der reinste war, so beweisensie doch, daß sie ihn zu erreichen vermochten. JHPVorbild glänzt in der Geschichte und muntert Jedenihres gleichen, unter gleichem und größerm Schutzedes Schicksals, zu ähnlichen und bessern Bestrebun-gen auf. Die ganze Geschichte der Völker wird unSin diesem Betracht eine Schule des Wettlaufs zuErreichung des schönsten Kranzes der Humanität undMenschenwürde. So viele glorreiche alte Nationen