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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
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274 Ideen zur Philosophie

Griechen gethan hoben. Athen sowohl als die Italie-nischen Pflanzstadte gaben Gesetze für sich, nicht fürsie; und wenn kein Athen gewesen wäre: so hatteRom zu den Scythcn um seine Gesetztafeln sendenmögen. Auch waren in vielem Betracht die griechi-schen Gesetze vollkommner als die römischen: unddie Mangel der letzten verbreiteten sich auf einen vielgrößeren Weltstrich. Wo sie etwa menschlicher wur-den, waren sie es nach Römischer Weise, weiles unnatürlich gewesen wäre, wenn die Ueberwin-der so vieler gebildeten Nationen nicht auch wenig-stens den Schein der Menschlichkeit hatten lernensollen, mit dem sie oft die Völker betrogen.

Also bliebe nichts übrig, als daß die Vorse-hung den Römischen Staat und die lateinische Spracheals eine Brücke ausgestellt habe, auf welcher vonden Schätzen der Vorwelt auch Etwas zu uns ge-langen möchte. Die Brücke wäre die schlechtste,die gewählt werden konnte: denn eben ihre Errich-

tung hat uns das Meiste geraubck. Die Römerzerstörten und wurden zerstört; Zerstörer aber sindkeine Erhalter der Welt. Sie wiegelten alle Völkerauf, bis sie zuletzt die Beute derselben wurden unddie Vorsehung that ihrethalben kein Wunder. Lassetuns also auch diese, wie jede andre Naturerscheinung,deren Ursachen und Folgen man frei erforschen will,ohne untergeschobnen Plan betrachten. Die Römerwaren und wurden, was sie werden konnten: alles

ging unter oder erhielt sich an ihnen, was unterge-hen oder sich erhalten mochte. Die Zeiten rollenfort und mit ihnen das Kind der Zeiten, die viel-gestaltige Menschheit. Alles hat auf der Erde ge-