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Ideen zur Philosophie
2. Dieser Bestimmung ging dieRömische Erziehung insonderheit inden edlen Geschlechtern entgegen. Manlernte rathschlagen, reden, seine Stimme geben oderdas Volk lenken; man ging früh in dcn Krieg undbahnte sich dcn Weg zu Triumphen oder Ehrenge-schenken und Staatsämkcm. Daher der so eigneCharakter der Römischen Geschichte und Beredsam-keit, selbst ihrer Rechtsgelehrsamkcit und Religion,Philosophie und Sprache; alle hauchen einen Staats-und Thatengeist, einen männlichen, kühnen Muth,mit Verschlagenheit und Bürger-Urbanität verbunden.Es läßt sich beinah kein größerer Unterschied geden-ken , als wenn man eine Sincsisch - oder Jüdischeund Römische Geschichte oder Beredsamkeit mit ein-ander vergleichet. Auch vom Geiste der Griechen,Sparta selbst nicht ausgenommen, ist der RömischeGeist verschieden, weil er bei diesem Volk gleichsamauf einer hartem Natur, auf älterer Gewohnheit,auf festem Grundsätzen ruhet. Der Römische Senatstarb nicht aus: seine Schlüffe, seine Maximen undder von Romulus hergeerbte Römer - Charakter warewig.
3. Die Römischen Feldherren wa-ren oft Consuls, deren Amt und Feld-herrn -Würde gewöhnlich nur EinJahr dauerte: sie mußten also eilen, um imTriumph zurückzukehrcn und der Nachfolger eilte sei-nes Vorfahren Götter - Ehre nach. Daher der un-glaubliche Fortgang und die Vervielfältigung derRömischen Kriege; einer entstand aus dem andern,wie einer dcn andern trieb. Man sparcte sich sogarGelegenheiten auf, um künftige Feldzüge zu beginnen,