214 Ideen zur Philosophie
an gleichsam zu einem stellenden Feldlager und ge-wohnten den Feldherren sowohl als den Senat, dieRitter und das Volk zu Triumphaufzügcn über be-raubte Volker. Diese Triumphaufzügc, die Romvon den benachbarten Etruskern annahm, wurdendem Lander-armen, dürftigen, aber volkreichen undkriegerischen Staat die große Lockspeise zu auswärti-gen Befehdungen und Streifereien. Vergebens baucteder friedliche Numa den Tempel des Janus und derGöttin Fides; vergebens stellte er Grenzgötter aufund feierte Grenzfeste. Nur in seinen Lebzeitendauerte diese friedliche Einrichtung: denn das durch
die dreißigjährigen Siege seines ersten Beherrscherszum Raube gewöhnte Rom glaubte auch seinen Ju-piter nicht bester ehren zu können, als wen» cs ihmBeute brächte. Ein neuer Kriegsgeist folgte dem
billigen Gesetzgeber und Tullius Hostilius bekriegteschon die Mutter seiner Stadt selbst, Alba-Longa.Er schleifte sie und versetzte die Albaner nach Rom;so bezwangen Er und seine Nachfolger die Fidennten,Sabiner, zuletzt alle lateinische Städte und gingenauf die Etrusker. Alle das wäre von selbst unter-blieben , wenn Rom an einem andern Ort gebauetoder von einem mächtigen Nachbar früh unterdrücktworden wäre. Jetzt drang es als eine lateinischeStadt sich gar bald dem Bunde der lateinischenStädte zum Oberhaupt auf und verschlang zuletzt dieLateiner: es mischte sich mit den Sabinern, bis csauch sie unterjochte: es lernte von den Etruskern,bis es sic unter sich brachte und so nahm es Besitzvon seiner dreifachen Grenze.
Allerdings ward zu diesen frühen Unternehmun-gen der Charaktev solcher Könige erfodert, als Rom