,3» Ideen zur Philosophie
Weltweishcit, Musik und Dichtkunst. Hier lebtendie ersten Griechischen Barden: hier bildeten sich
die ersten gesitteten Gesellschaften: die Lyra und
Eithara ward hier erfunden und allem, was nachherder Geist der Griechen ausschuf, die erste Gestaltungebildet. In Thessalien undBöotien, die in spa-tern Zeiten durch Geistesarbeiten sich so wenig her«vorgethan haben, ist kein Quell, kein Fluß, keinHügel, kein Hain, der nicht durch Dichtungen be-kannt und in ihnen verewigt wäre. Hier floß derPeneus, hier war das angenehme Tcmpc, hier wan-delte Apoll als Schäfer und die Riesen khürmtenihre Berge. Am Fuß des Helikons lernte noch He-sioduS seine Sagen aus dem Munde der Musen:kurz hier hat sich zuerst die Griechische Cultur ein-heimisch gebildet, so wie auch von hieraus durch dieStamme der Hellenen die reinere Griechische Sprachein ihren Hauptdialekten ausging.
Nothwendig aber entstand mit der Folge derZeiten auf so verschleimen Küsten und Inseln, beiso manchen Wanderungen und Abenteuern eine Reiheandrer Sagen, die sich ebenfalls durch Dichter im Gebietder Griechischen Muse festsetzten. Beinah jedes klei-ne Gebiet, jeder berühmte Stamm trug seine Vor-fahren oder Nationalgottheiten in dasselbe und dieseVerschiedenheit, die ein undurchschaulichcr Wald wäre,wenn wir die Griechische Mythologie als eine Dog-matik behandeln müßten, eben sie brachte aus demLeben und Weben der Stamme auch Leben ins Ge-biet der Nationaldcnkart. Nur aus so vielartigenWurzeln und Keimen konnte jener schone Gartenaufblühn, der selbst in der Gesetzgebung mit der