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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
108
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Ideen zur Philosophie

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Büchern lernen. Weis bei den Aegyptern die Hie-roglyphen dazuthun konnten, war der Wissenschafteher schädlich als nützlich. Die lebendige Bemer-kung ward mit ihnen nicht nur ein dunkles sondernauch ein todtes Bild, das den Fortgang des Men-schenverstandes gewiß nicht forderte sondern hemmte.Man hat viel darüber geredet: ob die HiervglypbcnPriester-Geheimnisse enthalten haben? mich dünkt,jede Hieroglyphe enthalte ihrer Natur nach ein Ge-heimnis? und eine Reihe derselben, die eine geschlosseneZunft ausbewahrt, müsse für den großen Haufennotbwcndig ein Geheimniß werden, gesetzt auch, daßman ihm solche auf Weg und Stegen vorstellte» Erkann sich nicht einweihen lassen, selbige verstehen zulernen: denn dies ist nicht sein Beruf und selbst

wird er ihre Bedeutung nicht finden. Daher dernothwcndige Mangel einer verbreiteten Aufklärung injedem Lande, in jeder Zunft einer sogenannten Hie-roglnphen-Weisheit, es mögen Priester oder Nicht-Priester dieselbe lehren. Nicht jedem können undwerden sie ihre Symbole entziffern und was sichnicht durch sich selbst lernen laßt, bewahret sich lei-der, feiner Natur nach, als Geheimniß. Jede Hie-roglyphcn-Weisheit neuerer Zeiten ist also ein eigen-sinniger Riegel gegen alle freiere Aufklärung, weilin den altern Zeiten selbst Hieroglyphik immer nurdis unvollkommenste Schrift war. Unbillig ist dieForderung, etwas durch sich verstehen zu lernen, wasauf tausenderlei Art gedeutet werden kann und töd-tend die Mühe, die man auf tvillkührliche Zeichen,als waren sie nothwendige ewige Sachen, wendet.Daher ist Aegypten jederzeit ein Kind an Kennt-nissen geblieben, weil es ein Kind in Andeutung