§8 Ideen zur Philosophie
ward von ihnen oft und zuerst sehr ungerecht bedrän-get, da sic es blos eines Bündnisses mit Lerpeswegen ansielen. Gegen ein Griechisches Volk tretensie als die barbarischen Mithelfer eines Barbarenauf und haben sich diefcr Rolle auch würdig be-wiesen. Selinus, Himera, Agrigcnt, Sagunt inSpanien und in Italien manche reiche Provinz wardvon ihnen zerstört oder geplündert; ja im schönenSicilien allein ist eine Menge Bluts vergossen wor-den, dessen der ganze herrschsüchlige Handel der Kar-thager nicht werlh war. So sehr Aristoteles dieEinrichtung ihrer Republik in politischer Rücksichtrühmet: so wenig Werth bat sic für die Geschichteder Menschheit, da in ibr wenige Familien derStadt, barbarische, reiche Kaufleute, durch Micth-vvlker um das Monopolium ihres Gewinns strittenund sich die Beherrschung aller Lander anmaßten,die diesem Gewinn dienen konnten. Ein System derArt nimmt nicht für sich ein; daher, so ungerechtdie meisten Kriege der Römer gegen sie waren undso große Ehrerbietung die Namen Hasdrubal, Ha-milkar, Hannibal von uns fodcrn: so wird manschwerlich ein Karthaginenser seyn, wenn man deninner» Zustand jener Kaufmanns-Republik erwägt,der diese Helden dienten. Sic wurden von ihr auchgnugsam geplagt und oft mit dem schwärzesten Un-dank belohnet: den» den Hannibal selbst hatte sein
Vaterland, um einige Pfunde Goldes zu ersparen,gewiß an die Römer überliefert, wenn er diesem Kar-thagischen Lohn nicht durch die Flucht zuvorgckommenwäre.
Weit entfernt bin ich jedem edel» KarthagerEins seiner Verdienste zu rauben: denn auch dieser