der Geschichte der Menschheit. 79
schichte der Hebräer, wie sie selche selbst erzählen,zum Grunde zu legen; wünschte über dennoch, daßmein auch die Sagen ihrer Gegner nicht blos verach-tete , sondern nutzte.
Zufolge also der ältesten Nakionalsagcn der Hebrä-er kam ilw Stammvater als Scheik eines Ncma-denzugcs über den Euphrat und zuletzt nach Palä-stina. Hier gefiel es ihm, weil er unbehindertenPlatz fand, die Lebensart seiner Hirtcnvorfahrenfortzusetzen und dem Gott seiner Vater nach Stam-mcsart zu dienen. Im dritten Geschlecht zogen seineNachkommen durch das sonderbare Glück Eines ausihrer Familie nach Aegypten und setzten daselbst,unvermilcht mit den Landeseinwohnern, ihre Hirten-Lebensart fort; bis sie, man weiß nicht genau, inwelcher Generation, von dem verächtlichen Druck,in dem sie schon als Hirten bey diesem Volk seynmußten, durch ihren künftigen Gesetzgeber befreietund nach Arabien gerettet wurden. Hier führte nunder große Mann, der größte den dies Volk gehabthat, sein Werk aus und gab ihnen eine Verfassung,die zwar auf die Religion und Lebensart ihres Stam-mes gegründet, mit Aegyptischec Staatsweisbeit aberso durchflochten war, daß auf der Einen Seite dasVolk aus einer Nomadcnhocde zu einer cuttivirtenNation erhoben, auf der andern zugleich von Ae-gypten völlig weqgelcnkt werden sollte; damit ibmnie weiter die Lust ankäme, den Boden de« schwar-zen Landes zu betreten. Wunderbar durchdacht sindalle Gesetze Moses: sie erstrecken sich vom Größcstett
bis zum Kleinsten, um sich des Geistes seiner Na-tion in allen Umstanden des Lebens zu bemächtigen