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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
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Ideen zur Philosophie

Bei dem ziehenden Nomadenleben nämlich marnichts natürlicher, als daß es einem ehrgeizigen Scheikin den Sinn kam, die schonen Ufer des Euphratssich zuzueignen und zu Behauptung derselben mehrereHorden an sich zu fesseln. Die Ebräische Nachrichtnennt diesen Scheik Nimrod, der durch die StädteBabel, Edessa, Nesibin und Ktesiphon sein Reichgegründet habe: und in der Nahe setzt sie ihm einandres, das Assyrische Reich durch die Städte Resan,Ninive, Adiabene und Kalach entgegen. Die Lagedieser Reiche nebst ihrer Natur und Entstehung knüpftden ganzen Faden des Schicksals, der sich nachherbis zn ihrem Untergänge entwickelt hat: denn da beide,von verschiedncn Volksstammelt gegründet, sich ein-ander zu nahe lagen, was konnte nach dem streifendenHordengcist dieser Weltgegcnd anders folgen, alsdaß sie einander anfcindetcn, mehrmals linker EineLbcrhcrrschaft gericthen und durch den Andrang nörd-licher Bergvölker sich so und anders zerthciltcn? Diesist die kurze Geschichte der Reiche am Euphrat undTigris, die in so alten Zeiten und bei verstümmel-ten Nachrichten aus dem Munde mehrerer Völkerfreilich nicht ohne Verwirrung seyn konnte. Worin>ndeß Annalen und Mährchen einig sind, ist derUrsprung, der Geist und die Verfassnng dieser Reiche.Aus kleinen Anfängen nomadischer Völker waren sieentstanden: der Charakter erobernder Horden bliebihnen auch immer eigen. Selbst der Despotismus,der in ihnen anfkam und die mancherlei Knnstweis-hcit, die insonderheit Babylon berühmt gemacht hat,sind völlig im Geist des Erdstrichs und des Natio-nalcharaktcrs seiner Bewohner.