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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
26
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Ideen zur Philosophie

m.

Tibet.

Zwischen den großen Asiatischen Gebirgen und-steneyen hat sich ein geistliches Kaiserlhum errichtet,das in seiner Art wohl das einzige der Welt ist; csist das große Gebicth der Lama's. Zwar ist diegeistliche und weltliche Macht in kleinen Revolutio-nen bisweilen getrennt gewesen, zuletzt aber sindbeyde immer wieder vereinigt worden, so daß hier,wie nirgend anders, die ganze Verfassung des Lan-des auf dem kaiserlichen Hohepriesterlhum ruhet.Der große Lama wird, nach der Lehre der Seclcn-wanderung, vom Gott Schaka oder Fo belebt, derbey seinem Tode in den neuen Lama fahrt undibn zum Ebenbilde der Gottheit weihet. In festge-setzten Ordnungen der Heiligkeit zieht sich von ihmdie Kette der Lama's herab, und man kann sich inLehre», Gebrauchen und Einrichtungen kein festgc-stelltereS Priesterregimcnt denken, als auf dieser Erd-höhe wirklich thronet. Der oberste Besorger weltli-cher Geschäfte ist nur Statthalter des obersten Prie-sters, der, den Grundsätzen seiner Religion nach,voll göttlicher Ruhe in einem Pallasttempel wohnet.Ungeheuer sind die Fabeln der Lamaischen Weltschö-pfung ; grausam die gedrobeten Strafen und Büßun-gen ihrer Sünden, aufs höchste unnatürlich derZustand, zu welchem ihre Heiligkeit aufstrebt: er