248 Ideen zur Philosophie
überall Affen und Baren, aber nicht Menschen habeerschaffen können, und also dem Lauf ihrer andernWirkungen ganz zuwider, eben ihr zartestes Ge-schlecht, wenn sie cs nur in Einem Paar hervor-brachtc, durch diese ihr fremde Sparsamkeit tausend-facher Gefahr blosstellte. „Schauet noch jetzt, sagtman, die viclsamigc Natur an, wie sie verschwen-det ! wie sie nicht nur Pflanzen und Gewächse,sondern auch Thiere und Menschen in ungezähltenKeimen dem Untergange in den Schoos wirft! Undeben auf dem Punkt, da das menschliche Geschlechtzu gründen war: da sollte die gcbahrcndc, die inihrer jungfräulichen Jugend an Saamcn aller We-sen und Gestalten so reiche Mutter, die wie derBau der Erde zeigt, Millionen lebendiger Geschöpfein Einer Revolution aufopfern konnte, um neueGeschlechter zu gebähren; sie sollte damals annicdern Wesen sich erschöpft und ihr wildes Laby-rinth voll Leben mit zwei schwachen Menschen vol-lendet haben?" Laset uns sehen, wiefern auch dieseglänzend-scheinbare Hypothese dem Gange der Eul-tur und Geschichte unsres Geschlechts entsprechenoder auch seiner Bildung, seinem Charakter undVerhältnis zu den andern Lebendigen der Erde be-stehen möge.
Zuerst ists offenbar der Natur entgegen, daßsie alles Lebendige in gleicher Anzahl oder auf ein-mal belebt habe: der Vau der Erde und die innereBeschaffenheit der Geschöpfe selbst macht dies un-möglich. Elcphanten und Würmer, Löwen undZnfusionsthiere sind nicht in gleicher Zahl da: siekonnten auch Uranfangs ihrem Wesen nach weder in