der Geschichte der Menschheit. 2c>r
vielleicht gar als eine leere Nußschaale. So gingsbei allen philosophischen Sccten und Religionen.Der Urheber hatte von dem was er sprach, wenig-stens klaren, obgleich darum noch nicht wahren Be-griff; seine Schüler und Nachfolger verstanden ihnaus ihre Weise, d. i. sie belebten mit ihren Ideenseine Worte und zuletzt tönten nur leere Schalle umdas Ohr der Menschen. Lauter Unvollkommenheiten,die in unserm einzigen Mittel der Fortpflanzungmenschlicher Gedanken liegen; und doch sind wirmir unsrer Bildung an diese Kette geknüpft: sie ist
uns uncntweichbar.
Große Folgen ljcgen hierin für die Geschichteder Menschheit. Zuerst: Schwerlich kann unser
Geschlecht nach diesem von der Gottheit erwähltenMittel der Bildung für die bloße Spekulation oderfür die reine Anschauung gemacht seyn: denn bevdeliegen sehr unvollkommen in unserm Kreise. Nichtfür die reine Anschauung, die entweder ein Trugist, weil kein Mensch das Innere der Sache stehetoder die wenigstens, da sie keine Merkmale undWorte zulaßt, ganz unmitthcilbar bleibet. Kaum ver,mag der Anschauende den andern auf den Weg zuführen, auf dem Er zu seinen unnennbaren Schatze»gelangte und muß es ihm selbst und seinem Geniusüberlassen, wiefern auch Er dieser Anschauungentheilhastig werde. Nothwendig wird hiemit einePforte zu tausend vergeblichen Quaalen des Geistesund zu unzahlichen Arten des listigen Betruges er-öffnet, wie die Geschichte aller Völker zeiget. ZurSpeculation kann der Mensch eben so wenig ge-schaffen seyn, dg sie ihrer Genesis und Mittheilung