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Ideen zur Philosophie
Drittens. Die Philosophie der Geschichtealso, die die Kette der Tradition verfolgt, ist eigent-lich die wabre Menschengeschichke, ohne welche alleäußere Weltbegebenheiten nur Wolken sind oder er-schreckende Mißgestalten werden. Grauscnvoll ist derAnblick, in den Revolutionen der Erde nur Trümmer ansTrümmern zu sehen, ewige Anfänge ohne Ende, Umwäl-zungen des Schicksals ohne dauernde Absicht! DieKette der Bildung allein macht aus diesen Trüm-mern ein Ganzes, in welchen, zwar Menschengestal-ten verschwinden, aber der Menschengcist unsterblichund fortwirkend lebet. Glorreiche Namen, die inder Geschichte der Cultur als Genien des Menschen-geschlechts, als glanzende Sterne in der Nacht derZeiten schimmern! Laß cs scpn, daß der Verfolg derAeonen manches von ihrem Gebäude zertrümmerteund vieles Gold in den Schlamm der Vergessenheitsenkte; die Mühe ihres Menschenlebens war dennochnicht vergeblich: denn was die Vorsehung von ihremWerk retten wollte, rettete sie in andern Gestalten.Ganz und ewig kann ohnedies kein Menschcndenk-mahl auf der Erde dauern, da es im Strom der Ge-nerationen nur von den Händen der Zeit für dieZeit errichtet war und augenblicklich der Nachweltverderblich wird, sobald es ihr neues Bestreben un-nöthig macht oder «ufhält. Auch die wandelbareGestalt und die Unvollkommenheit aller menschlichenWirkung lag also im Plan des Schöpfers. Thor-heit mußte erscheinen, damit die Weisheit sie über-winde : zerfallende Brechlichkcit auch der schön-sten Werke war von ihrer Materie unzertrennlich,damit auf den Trümmern derselben eine neue bessernde
oder