der Geschichte der Menschheit. 187
Natur zu verwandeln. Von wem er also? was undwie viel er aufnehme? wie ers sich zueigne, nutze undanwende? das kann nur durch seine, des Ausnehmen-den, Kräfte bestimmt werden; mithin wird die Erzie-hung unsres Geschlechts in zwiefachem Sinn genetischund organisch: genetisch durch die Mittheilung, orga-nisch durch die Aufnahme und Anwendung des Mit»getheilten. Wollen wir diese zweite Genesis dcS Men-schen, die sein ganzes Leben durchgeht, von der Bear-beitung des Ackers Cultur oder vom Bilde desLichts Aufklärung nennen: so stehet uns der Na-me frei; die Kette der Cultur und Aufklärung reichtaber sodann bis ans Ende der Erde. Auch der Ca-lifornier und Feuerlander' kernte Bogen und Pfeilemachen und sie gebrauchen : er hat Sprache und Be-griffe, Uebungen und Künste, die er lernte, wie wirsie lernen; sofern ward er also wirklich cultivirt undaufgekläret, wiewohl im niedrigsten Grade. Der Un>kcrschied zwischen aufgeklärten und unaufgeklärten,zwischen cultivirten und uncultivirten Völkern ist al-so nicht specisisch; sondern nur Gradweise. Das Ge-mälde der Nationen hat hier unendliche Schaltirun-gen, die mit den Räumen und Zeiten wechseln; eskommt also auch bei ihm, wie bei jedem Gemälde,auf den Standpunkt an, in dem man die Gestaltenwahrnimmt. Legen wir den Begriff der EuropäischenCultur zum Grunde: so findet sich diese allerdingsnur in Europa; setzen wir gar noch willkührli-che Unterschiede zwischen Cultur und Aufklärung fest,deren keine doch, wenn sie rechter Art ist, ohne dieandre sepn kann: so entfernen wir uns noch weiterins Land der Wolken. Bleiben wir aber auf derErde und sehen im allgemeinsten Umfange das an,